Chinesische Forscher haben ein neues mikrobielles Herbizid entdeckt, das Unkraut bekämpft, ohne die Umwelt zu belasten, und gleichzeitig das Pflanzenwachstum fördert. Damit bietet es eine potenzielle Alternative zu herkömmlichen chemischen Herbiziden.
Der Durchbruch gelang einem Forschungsteam unter der Leitung von Sun Juan an der Qingdao Agricultural University nach jahrelanger Forschung. Ihre Ergebnisse wurden kürzlich online in der internationalen Fachzeitschrift „Crop Protection“ veröffentlicht.
Luzerne, wissenschaftlich bekannt als Medicago sativa, ist eine der weltweit wichtigsten Futterleguminosen (Hülsenfrüchtler). Ihr Anbau steht jedoch seit langem vor Herausforderungen im Zusammenhang mit Umweltverschmutzung und Risiken für die Lebensmittelsicherheit, die mit chemischen Herbiziden zur Unkrautbekämpfung verbunden sind.
Mit morphologischen und molekularbiologischen Analysen isolierte das Forschungsteam eine bisher unbekannte Pilzart aus der Rhizosphäre – dem Bodenbereich um die Pflanzenwurzeln – von Luzerne. Der neu identifizierte Mikroorganismus, der als Stamm MXBP304 bezeichnet wird, gehört zur Gattung Coniothyrium.
Den Forschern zufolge kann der Mikroorganismus gezielt auf Unkrautsamen einwirken, ohne die Keimung von Luzerne-Samen zu beeinträchtigen oder das Wachstum junger Sämlinge zu stören. Zudem bleibt die ökologische Struktur des Bodens intakt, sodass die Unkrautbekämpfung nach Angaben der Wissenschaftler „ohne jegliche Umweltbelastung“ erfolgen kann.
Das Team arbeitet weiter an der Verfeinerung des Mikroorganismus-Stamms sowie an der Verbesserung der Formulierungs- und Verarbeitungstechnologien, um die praktische Anwendung der Entdeckung zu beschleunigen.
Bei einer erfolgreichen Kommerzialisierung könnte die Innovation Landwirten eine umweltfreundlichere Methode zur Unkrautbekämpfung bieten und gleichzeitig eine nachhaltige Futtermittelproduktion gewährleisten.