In Diskussionen über Chinas Wirtschaftswachstum behaupten einige westliche Medien, dass eine unzureichende Binnennachfrage zu einem großen Engpass geworden sei, der den Wirtschaftskreislauf des Landes beeinträchtige. Aber hat Chinas Konsum wirklich an Schwung verloren? Um diese Frage zu beantworten, muss man zunächst die Muster der industriellen Entwicklung richtig verstehen.
Aktuell hat China die Phase des rasanten Wachstums hinter sich gelassen und befindet sich im Übergang zu einer qualitativ hochwertigen Entwicklung, die in erster Linie vom Dienstleistungskonsum angetrieben wird. Neue Wachstumsmotoren wie die Erlebniswirtschaft und technologische Innovationen beginnen, die Lücke zu füllen, die durch den nachlassenden Beitrag von Immobilien- und Infrastrukturinvestitionen entstanden ist. China steht kurz vor dem Eintritt in eine neue Phase langfristigen Wachstums.
Die U-förmige Kurve von Konsum und Investitionen im Industrialisierungsprozess großer Volkswirtschaften hat sich wiederholt bestätigt. In der mittleren Phase der Industrialisierung konzentriert sich das Kapital stark auf Infrastruktur, Industrie und Immobilien, während der Konsum der privaten Haushalte verdrängt wird. Mit zunehmender Urbanisierung sinkt der Konsumanteil und bildet die linke Seite der u-förmigen Kurve des Konsums. In der späteren Phase der Industrialisierung verlagert sich das Kapital in Richtung der Konsumsektoren, der Verdrängungseffekt lässt nach, und der Konsumanteil erreicht seinen Tiefpunkt und beginnt sich zu erholen, wodurch die goldene Wachstumsphase auf der rechten Seite der U-förmigen Kurve des Konsums einsetzt.
China befindet sich derzeit an einem entscheidenden Wendepunkt, an dem sich die Kurve von der linken zur rechten Seite verschiebt. Dieser Wandel bedeutet nicht das Ende des Wachstums, sondern vielmehr eine Umstrukturierung der Wachstumsdynamik.
Chinas Konsum verfügt nach wie vor über beträchtliche Dynamik. Sein derzeitiges Wachstumsspektrum ähnelt stark dem der USA während ihres goldenen Zeitalters des Konsums, was zeigt, dass moderates und stetiges Wachstum ein typisches Merkmal einer konsumgetriebenen Wirtschaft ist und kein Zeichen wirtschaftlicher Schwäche.
Insgesamt wird Chinas Wandel hin zu einer konsumgetriebenen Wirtschaft sowohl durch historische Muster als auch durch die treibende Kraft neuer Technologien gestützt, was dem Land ein größeres Potenzial und mehr Raum für Entwicklung verschafft. Dabei handelt es sich nicht nur um eine industrielle Modernisierung, sondern auch um einen grundlegenden Wandel in der Logik des Wirtschaftswachstums. Die Behauptung westlicher Medien, Chinas Binnennachfrage verliere an Schwung, ist völlig unbegründet.