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China stellt verbesserte Version seines KI-gestützten Vorhersagesystems für Meeresphänomene vor

Montag, 08. Juni 2026 Quelle :

Das „Langya Ocean Large Model 2.0“, ein von chinesischen Forschern eigenständig entwickeltes, auf künstlicher Intelligenz basierendes Vorhersagesystem für globale Meeresphänomene, wurde am Samstag in Qingdao (Provinz Shandong) offiziell vorgestellt.

Forscher erklärten, das Modell solle intelligente Hilfe bei der Prävention und Eindämmung von Meereskatastrophen leisten. Daneben biete es Unterstützung für die Sicherheit im Seeverkehr, Navigation in den Polargebieten sowie bei Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels.

Aufbauend auf der Vorgängerversion geht Langya 2.0 über die Vorhersage von Variablen des Meereszustands hinaus und ermöglicht nun auch die Vorhersage komplexer Meeresphänomene. Laut Li Xiaofeng, wissenschaftlichem Mitarbeiter am Institut für Ozeanologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) und Mitglied des Entwicklerteams, setze das überarbeitete Modell sechs Schwerpunkte: Taifune, Niederschläge, Sturmfluten, interne Solitärwellen (einzelne Wellenberge unter Wasser), mesoskalige Wirbel und Meereis.

Daher entwickelten die Forscher sechs spezialisierte Teilmodelle, die jeweils auf einen der Schwerpunkte angepasst sind und für diesen systematische Vorhersagen treffen können.

So kombiniert das Modell zur Vorhersage von Taifunen bspw. atmosphärische und meeresbezogene Umweltdaten, Satellitenbilder und historische Sturmdaten. Damit ermöglicht es bessere Vorhersagen zu Zugbahn und Intensität des Sturms über 24 Stunden im Voraus, besonders bei Stürmen, die sich rasch verstärken oder plötzlich ihre Richtung ändern.

Wang Fan, Direktor des Instituts, erklärte, Langya 2.0 vereine Beobachtungen aus verschiedenen Quellen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen über Ozeanprozesse und KI-gestützten Schlussfolgerungen. Auf diese Weise trage das System zu schnelleren, präziseren und interaktiveren Vorhersagen bei.

Das Forscherteam plant, künftig autonome KI-Softwaresysteme für den Ozean zu entwickeln – mit Anwendungen in der Meeresökologie, Fischerei und im Korrosionsschutz für große Offshore-Anlagen.

Wang ergänzte, außerdem gebe es Pläne zum Einsatz von Langya in Entwicklungsländern und Regionen, die selbst keine Mittel zum Aufbau großangelegter Meeresbeobachtungssysteme besitzen. Hier könne Langya als kostengünstige Möglichkeit zur Überwachung und Vorhersage von Meeresphänomenen Abhilfe schaffen.

Der Name „Langya“ stammt aus dem „Cihai“, einem bekannten Nachschlagewerk der chinesischen Sprache. Er verkörpert einen kostbaren Schatz mit feiner Textur, kristalliner Reinheit und jadeähnlichen Eigenschaften. Dem Institut zufolge symbolisiert er den herausragenden Wert und die Präzision des Modells.

Im alten China diente die Langya-Terrasse, an der Küste südwestlich des heutigen Qingdao gelegen, als Ort für Himmelsbeobachtungen und Kalenderberechnungen. Damit spiegele sie Chinas langjährige Tradition der Ozeanforschung wider.