Laut den am 7. Juni 2026 von der Chinesischen Volksbank veröffentlichten Daten hat Chinas Zentralbank ihre Goldreserven im Mai zum 19. Monat in Folge um 320.000 Unzen auf 74,96 Millionen Unzen (rund 2.332 Tonnen) ausgeweitet. Chinas gesamte Devisenreserven erreichten Ende Mai 3,44 Billionen US-Dollar.

Blick auf die Zentrale der Chinesischen Volksbank in Beijing am 25. November 2025. (Foto: VCG)
Weltweit hat Gold den US-Dollar als führende Währungsreserve abgelöst. Laut dem am 2. Juni veröffentlichten Jahresbericht der Europäischen Zentralbank über die internationale Rolle des Euro machte Gold bis Ende 2025 27 Prozent der gesamten weltweiten offiziellen Reserven aus, während der Anteil der US-Staatsanleihen von 25 Prozent auf 22 Prozent sank. Dies ist das erste Mal, dass Gold die US-Staatsschulden als größten Bestandteil der Zentralbankreserven weltweit überholt hat, was einen strategischen Wandel hin zur Diversifizierung und weg von der Abhängigkeit von einer einzigen Währung widerspiegelt.
Die fortgesetzten Goldkäufe der Zentralbank seien nicht nur eine einfache Anpassung ihrer Vermögensstruktur, sondern ein äußerst strategischer und vorausschauender Einsatz von Gold als strategische Ressource inmitten tiefgreifender globaler makroökonomischer und geopolitischer Umstrukturierungen, sagte Gu Fengda, Chefanalyst bei Guoxin Futures, in einem Interview mit „Caijing“, einem bekannten Wirtschaftsmagazin.
Er fügte hinzu, dass die derzeit niedrigeren Goldpreise einen größeren Wert für die Zentralbanken böten und sich der strukturelle Trend der Goldakkumulation aufgrund kurzfristiger Preisschwankungen nicht umkehren werde. Chinas stetige Käufe „spiegeln im Wesentlichen die starke Pufferkapazität wider, die das komplette Industriesystem des Landes, der riesige Inlandsmarkt und die beträchtlichen Devisenreserven bieten.“ Dies gebe China auch ausreichend politischen Spielraum, um Gold als langfristiges strategisches Gut und nicht als kurzfristiges Liquiditätsinstrument zu behandeln, so Gu.