Wie die Changjiang Water Resources Commission des Ministeriums für Wasserressourcen bekannt gab, wurde der Wasserstand des Drei-Schluchten-Stausees bis zum 7. Juni um 21 Uhr auf 147,78 Meter abgesenkt. Damit unterschritt er den zum Beginn der Hochwassersaison genehmigten Höchstwasserstand von 148 Metern vorzeitig.
Die diesjährige Wasserstandsabsenkung begann Ende Oktober 2025. Insgesamt wurde der Wasserstand um etwa 27 Meter abgesenkt, wodurch ein Puffer für Hochwasser mit einem Volumen von 20,8 Milliarden Kubikmetern entstand.
Bis zum 8. Juni haben die im Verbund gesteuerten Stauseen im Einzugsgebiet des Jangtse nicht nur 65,4 Milliarden Kubikmeter Hochwasserschutzspeicherraum freigemacht, sondern eine zusätzliche Kapazität von 14,4 Milliarden Kubikmetern geschaffen. Damit steht insgesamt ein Puffer von 79,8 Milliarden Kubikmetern für Hochwasser zur Verfügung, 9,1 Milliarden Kubikmeter mehr als ursprünglich vorgesehen. Somit ist China für mögliche große Flutereignisse im Einzugsgebiet des Jangtse noch besser gewappnet.
Während der Absenkung gaben die Stauseen am Oberlauf des Jangtse durchschnittlich 2.800 Kubikmeter Wasser pro Sekunde an den Mittel- und Unterlauf des Flusses ab und hoben den niedrigen Wasserstand dort dadurch um 0,5 bis 2 Meter an. Dies sicherte die Wasserversorgung großer Städte am Mittel- und Unterlauf wie Jingzhou und Wuhan und verbesserte außerdem die dortigen Bedingungen für die Schifffahrt.
Im Rahmen der Wasserstandsabsenkungen in den Stauseen führte die Changjiang Water Resources Commission einerseits ein Experiment durch, Wasserableitungen so zu steuern, dass am oberen Ende des Drei-Schluchten-Stausees möglichst viel Sediment ausgeschwemmt statt abgelagert wird. Weitere 14 Experimente zielten andererseits auf ökologische Effekte wie die Förderung natürlicher Fortpflanzungsaktivitäten von Fischen im gesamten Einzugsgebiet des Jangtse ab, unter anderem an den Flüssen Yalong und Jinsha.