„Chinesische Städte und Gemeinden verfügen über unzählige Parks, Laufwege und im Freien aufgestellte Fitnessgeräte ... Solche Investitionen bieten den Menschen wertvolle Gelegenheiten, sich körperlich zu betätigen.“ Mit diesen Worten lobte am 9. Juni Martin Taylor, der Repräsentant der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in China, ausdrücklich das Engagement des Landes in der Förderung körperlicher Aktivität.
Am gleichen Tag unterzeichnete das Institut für Sportwissenschaft der Staatlichen Sportverwaltung Chinas mit der WHO in Peking eine Absichtserklärung zur künftigen Zusammenarbeit. Taylor würdigte mehrfach Chinas Vorgehen bei der Bewegungsförderung. Seiner Ansicht nach habe China bereits Grundlagen geschaffen, die anderen Schwellen- und Entwicklungsländern als Vorbild dienen könnten.
„Jede Form körperlicher Aktivität ist besser als gar keine“, betonte Taylor. Die WHO empfiehlt Erwachsenen wöchentlich 150 bis 300 Minuten mäßige und 75 bis 150 Minuten intensive körperliche Bewegung. Für Kinder gilt der Richtwert von einer Stunde Bewegung am Tag.
Mit Blick auf die praktische Umsetzung in China hob Taylor besonders die Führungsrolle der Regierung hervor: „Die chinesische Regierung behandelt Gesundheit als strategischen Bereich mit höchster Entwicklungspriorität und hat die wichtige Rolle körperlicher Bewegung anerkannt.“
Darüber hinaus beobachtete er die Erprobung neuer Ansätze auf kommunaler Ebene: „In einigen chinesischen Regionen werden in den Gemeinden Sport und Gesundheitswesen miteinander verknüpft. Die Menschen erhalten von ihrem Arzt gleichzeitig Auskunft über ihren Gesundheitszustand und für sie am besten geeignete Bewegungsformen. Diese Maßnahmen sollten Schule machen.“ Taylor wies zudem auf Laufveranstaltungen in Parks und große öffentliche Radtouren hin, die überall in China wie Pilze aus dem Boden schössen: „Solche Breitensportevents sind ein guter Weg, um die Menschen für regelmäßigen Sport zu begeistern.“
Er bekräftigte, diese Strategien seien auch für andere Schwellen- und Entwicklungsländer richtungsweisend: „Ob bei der politischen Steuerung auf nationaler Ebene, den Investitionen im städtischen Raum oder der Gestaltung des Verkehrssystems – in all diesen Bereichen kann China als Vorbild dienen.“
Martin Taylor erzählte auch von einer ganz persönlichen Erfahrung mit Sport in China: 2015 lief er in Lanzhou seinen ersten Marathon. Davon ausgehend gab er der Bevölkerung fünf Ratschläge zur Gesundheit auf den Weg: 1. eine Sportart finden, die einem Freude bereitet; 2. den schwierigen ersten Schritt wagen; 3. Bewegung als Routine etablieren; 4. darauf vertrauen, dass der Körper mehr leisten kann, als man glaubt; 5. sich mit anderen zusammentun, um motiviert zu bleiben.
„Wer jeden Tag 20–30 Minuten Zeit für Social Media hat, der hat diese Zeit auch für Bewegung“, so Taylor. „Bewegung ist nicht nur gesund, sondern kann auch richtig Spaß machen!“