Nach einer aktuellen Umfrage sind mittlerweile 55 Prozent der befragten Europäer bereit, ein Auto einer chinesischen Marke zu kaufen, gegenüber 43 Prozent vor zwei Jahren. Als Gründe nennen Käufer moderne Technologien, gute Sicherheitsbewertungen und großzügige Garantien.
Im Mai 2026 überstiegen die monatlichen Neuzulassungen chinesischer Automobilhersteller in Europa erstmals die ihrer japanischen Konkurrenten – ein bedeutender Wandel auf dem europäischen Automarkt.

Auf der 139. China Import and Export Fair (Canton Fair) im April 2026 in Guangzhou (Provinz Guangdong) erfreuten sich Elektrofahrzeuge großer Beliebtheit bei ausländischen Käufern. (Foto von VCG)
Nach Angaben des Europäischen Automobilherstellerverbands ACEA verkauften die fünf chinesischen Hersteller BYD, SAIC, Geely, Chery und Leapmotor im Mai in Europa insgesamt 138.000 Fahrzeuge, was einem Anstieg von 64 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.
Im Gegensatz dazu sank der Absatz der sechs großen japanischen Marken wie Toyota und Nissan im gleichen Zeitraum um 3,13 Prozent auf 130.000 Einheiten.
Angesichts höherer EU-Zölle auf reine Elektrofahrzeuge passen chinesische Hersteller ihre Strategie an. Sie exportieren vermehrt Plug-in-Hybride, für die niedrigere Zölle gelten, und setzen auf lokale Produktion innerhalb der EU.
Zu den wichtigsten Projekten zählen das BYD-Werk in Ungarn, das Ende 2026 die Produktion aufnehmen soll, sowie das Joint Venture von Chery mit dem spanischen Unternehmen Ebro.
Branchenexperten beschreiben diesen Wandel als Übergang vom reinen Export hin zum Aufbau eines umfassenden industriellen und wirtschaftlichen Netzwerks innerhalb Europas.