Bis zum Jahr 2030 will China den Anteil der Stromerzeugung aus nicht-fossilen Energiequellen auf 50 Prozent erhöhen, wie aus einem kürzlich vorgelegten nationalen Plan hervorgeht, der die Entwicklung des chinesischen Stromsektors für den Zeitraum von 2026 bis 2030 umreißt.
Eine Drohnenaufnahme vom 6. Juli 2026 zeigt den 180-Megawatt-Offshore-Solarpark „Dongshan Xingchen“ der China Three Gorges Corporation in der Stadt Zhangzhou in der südostchinesischen Provinz Fujian. (Foto: Lin Shanchuan/Xinhua)
Der von der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission und der Nationalen Energiebehörde gemeinsam veröffentlichte Fünfjahresplan legt einen Gesamtfahrplan für den Stromsektor des Landes 2026–2030 fest und sieht den Aufbau eines neuen Stromsystems bis 2030 vor.
Im Rahmen dieses Plans strebt China bis 2030 einen Zubau von mehr als 2,8 Terawatt neuer Energieerzeugungskapazität sowie den Aufbau eines Ladenetzes für über 110 Millionen Elektrofahrzeuge an.
Um diese Ziele zu erreichen, legt der Plan verschiedene Prioritäten fest, darunter den Ausbau der Versorgung mit grüner und CO₂-armer Energie, den Aufbau eines besser aufeinander abgestimmten und widerstandsfähigeren Stromnetzes, die Flexibilisierung des Stromnetzes, die Verbesserung der Versorgungssicherheit, die Förderung marktorientierter Reformen im Stromsektor sowie die Stärkung internationaler Zusammenarbeit.
Der Plan sieht eine ausgewogene Entwicklung erneuerbarer Energien im Einklang mit der Netzintegration vor. Außerdem sollen konventionelle Wasserkraftprojekte auf wissenschaftlich fundierter Basis vorangetrieben, die sichere und ordnungsgemäße Entwicklung der Kernenergie gefördert, die Diversifizierung nicht-fossiler Energiequellen vorangetrieben und die Effizienz sowie die CO₂-Bilanz der Kohleverstromung verbessert werden.
Bis 2030 plant China eine Steigerung der installierten Leistung aus konventioneller Wasserkraft auf rund 410 Gigawatt (GW), aus Kernkraft auf etwa 110 GW sowie aus Biomasse, Solarthermie, Geothermie und Meeresenergie auf zusammen rund 65 GW.
Frühere amtliche Daten zeigen, dass die Stromerzeugung aus Kohle im ersten Halbjahr 2026 49,7 Prozent der gesamten Stromerzeugung Chinas ausmachte. Damit sank ihr Anteil erstmals unter 50 Prozent, ein neuer Meilenstein auf dem Weg des Landes zu einem grünen und kohlenstoffarmen Energiesystem.
China hat sich verpflichtet, den Höchststand seiner CO₂-Emissionen vor 2030 zu erreichen und bis 2060 CO₂-Neutralität zu erlangen.