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Chinesische und deutsche Automobilhersteller verstärken angesichts des Wandels in der Branche ihre Zusammenarbeit

Montag, 02. November 2026 Quelle :

Chinesische und deutsche Automobilhersteller haben am Freitag Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit inmitten des tiefgreifenden globalen Wandels und des harten Wettbewerbs in der Branche ausgelotet.


Diskussionsrunde im Rahmen des 10. German-Chinese Automotive Congress am 30. Oktober in Wolfsburg. (Foto: VCG)

An diesem Tag fand in Wolfsburg der 10. German-Chinese Automotive Congress statt, an dem rund 600 Vertreter aus China und Deutschland teilnahmen.

Die Automobilindustrie, einschließlich ihrer Zulieferer und Technologien, durchläuft laut dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies einen der größten und rasantesten Transformationsprozesse ihrer Geschichte.

„Eine Vielzahl von Faktoren treibt diesen Wandel voran, darunter die Elektrifizierung und Digitalisierung von Fahrzeugen, künstliche Intelligenz in der Fertigung und in den Fahrzeugen selbst sowie das autonome Fahren“, erklärte Lies und ergänzte, der Kongress sende ein starkes Signal für eine Vertiefung der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit aus.

Angesichts der aktuellen Lage der Automobilindustrie sei es sehr wichtig, dass deutsche und chinesische Unternehmen im Dialog blieben und verlässliche, solide Partnerschaften aufbauten, so Thomas Schmall, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen Group Technology.

Unterdessen betonte Liu Minqiang, Generaldirektor der Investment Promotion Agency of the Chinese Ministry of Commerce (MOFCOM), dass der Wettbewerb innerhalb der Automobilindustrie angesichts der beschleunigten Transformation nicht von Nachteil sei.

Vielmehr trage er zur Modernisierung der Branche bei und helfe, den Kunden bessere Produkte und Dienstleistungen anzubieten, ergänzte Liu. Er forderte die Unternehmen auf, sich auf die Verbesserung ihrer Technologien, Produkte und Dienstleistungen zu konzentrieren.

Lin Dong, Chinas Generalkonsul in Hamburg, fügte hinzu, dass die Zusammenarbeit zwischen chinesischen und deutschen Autoherstellern mittlerweile über die konventionelle Fertigung kompletter Fahrzeuge hinausgehe und sich auf Bereiche wie Batterien, intelligente Vernetzung und technologische Innovationen ausweite.

Der Automobilkongress fand im Anschluss an die Internationale Zulieferermesse statt, die am Dienstag in Wolfsburg eröffnet worden war. Insgesamt 45 chinesische Automobilzulieferer waren auf der Messe vertreten.

Hunan wirbt mit fünf Vorteilen

Parallel zum German-Chinese Automotive Congress fand die Konferenz zu wirtschaftlicher und handelspolitischer Zusammenarbeit und Austausch zwischen der chinesischen Provinz Hunan und Deutschland ebenfalls am Freitag statt.

Vertreter der deutschen Automobilindustrie zeigten sich gegenüber einer Delegation aus der zentralchinesischen Provinz Hunan aufgeschlossen.

Am Rande des Treffens beugte sich Gundula Henkel, Vorstandsmitglied der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt, mit einem offenen Lächeln nach vorne, während sie ein vollgeschriebenes Notizbuch in der Hand hielt.

Im Laufe der Präsentationen änderte sich Henkels Sichtweise rasch, und sie war tief beeindruckt von Chinas Entwicklungsdynamik. Man könne sehen, „wie geschickt die lokalen Stärken (Chinas) mit den richtigen Branchen kombiniert werden“, bemerkte sie. „Das hat mir wirklich die Augen geöffnet.“

Liu Suyue, stellvertretende Direktorin des Handelsamts der Provinz Hunan, fasste die Vorteile von Hunan als attraktiven Standort für deutsche Investitionen unter dem Begriff der „5 Vorteile“ zusammen: Kosten, Kundenstamm, ein Cluster entlang der gesamten Lieferkette, Hochschulen als Quelle qualifizierter Fachkräfte und ein günstiges Umfeld.

„Wir sind bereit zur Zusammenarbeit und ich bin überzeugt, dass unsere Aufrichtigkeit die Distanz zwischen dem Fluss Xiang und dem Rhein überbrücken kann“, so Liu.

In Deutschland sind mehrere bekannte Unternehmen aus der Provinz Hunan ansässig, darunter die Sany Group.

Als chinesischer multinationaler Hersteller von Baumaschinen übernahm sie 2012 mit Putzmeister eines der weltweit führenden Unternehmen für Baumaschinen.

Der Vorstandsvorsitzende von automotive BerlinBrandenburg e.V., Michael Bose, nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil.

Er erklärte: „Ich freue mich, dass wir heute die Gelegenheit haben, mit Vertretern von Hunan und möglicherweise später auch mit der Sany Group ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam über Fahrzeuge und Autotechnologien zu diskutieren.“

Als Vorsitzender eines deutschen Verbandes, der Hersteller von Spezialfahrzeugen vertritt, ist sich Bose sehr wohl bewusst, dass die deutschen Unternehmen „derzeit ein sehr großes Interesse an der Elektromobilität haben und aktiv nach Kontakten in dieser Branche suchen, besonders bei schweren Lkw und Baumaschinen mit Bezug zu China.“

Liu Minqiang, Vertreter des MOFCOM, erklärte in einer Rede auf der Konferenz, dass Hunan als bedeutende Industrieprovinz Chinas über eine solide Grundlage in der Automobilindustrie verfüge. Diese industriellen Kapazitäten böten Unternehmen nicht nur gut ausgebaute Lieferketten und Möglichkeiten zur Erschließung neuer Märkte, sondern eröffneten auch umfangreiche Perspektiven für chinesisch-deutsche Kooperationen bei neuen Technologien und Produkten.

„Indem wir die Präsentationsveranstaltung für Hunan mit dem heutigen German-Chinese Automotive Congress verbinden, wollen wir das Verständnis der deutschen Öffentlichkeit für Hunan vertiefen“, erläuterte Liu Minqiang.

Uwe Fritsch, zuständig für die Mitgliederbetreuung bei automotiveland.nrw, einem Cluster der Automobilindustrie in Nordrhein-Westfalen, betonte ebenfalls die Bedeutung eines engeren Austauschs zwischen China und Deutschland.

„Wie auch der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies betont hat, brauchen wir eine stärkere Zusammenarbeit – und zwar in beide Richtungen“, sagte Fritsch. „Das bedeutet nicht nur eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen, sondern auch eine bessere gegenseitige Verständigung und einen intensiveren Dialog. Das ist in der aktuellen Lage ebenso wichtig.“