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Chinesisch-deutsche Zusammenarbeit zur Förderung von Entwicklung und Produktion von Neue-Energie-Fahrzeugen

Montag, 26. Juni 2023 Quelle : German.people.cn


Produktions-Roboter in der Automontage im Werk Lydia von BMW Brilliance Automotive in Shenyang in der Provinz Liaoning im Februar. (Foto: VCG)

Unterzeichnung von Absichtserklärungen zwischen großen Automobilunternehmen und führenden Wirtschaftsplanern

Deutsche und chinesische Automobilhersteller blicken optimistisch auf mehr Austausch und Zusammenarbeit. Die beiden Länder wollen engere Beziehungen in der Automobilindustrie aufbauen.

BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen unterzeichneten während des Besuchs des chinesischen Ministerpräsidenten Li Qiang in Deutschland in der vergangenen Woche in Berlin Absichtserklärungen mit der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission Chinas.

Die Vereinbarungen zielen darauf ab, die Zusammenarbeit der beiden Länder in der Forschung und Entwicklung von Fahrzeugen mit neuen Energieantrieben zu fördern und die Transformation der Automobilindustrie zu einer intelligenten Elektrifizierung zu erleichtern.

Die engen Beziehungen zwischen BMW und China seien eine „Win-Win-Situation“, weil sich die Fahrzeugindustrie auf umweltfreundlichere und besser stärker vernetzte Fahrzeuge verlagere, erklärte BMW-CEO Oliver Zipse.

„Die BMW Group ist seit vielen Jahren eng mit China verbunden ... Starke Partnerschaften zwischen der BMW Group und chinesischen Partnern werden auch in Zukunft bei der Transformation unserer Branche eine Win-Win-Situation bei der Transformation unserer Branche schaffen“, sagte Zipse.

Letzten Monat gab der deutsche Automobilhersteller anlässlich der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen seines Joint Ventures BMW Brilliance Automotive (BBA) bekannt, dass er zehn Milliarden Yuan (ca. 1,42 Milliarden Dollar) in Shenyang in der nordostchinesischen Provinz Liaoning investieren wird, um ein Batteriewerk für die Produktion von Fahrzeugen der nächsten Generation zu bauen, die ab 2026 lokal vom Band laufen sollen.

Zur Vorbereitung der lokalen Produktion von Fahrzeugen der Neuen Klasse wurde zudem während der Jubiläumsfeierlichkeiten ein neuer Anbau des Forschungs- und Entwicklungszentrums in Shenyang eröffnet.

Die im Mai 2003 gegründete BBA hat einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Integration der BMW Group in den chinesischen Markt geleistet, die meisten BMW-Modelle werden in ihren Werken in Shenyang gefertigt.

Nach Angaben des Autobauers wurden seit 2010 fast 100 Milliarden Yuan in die Produktionsstätte in Shenyang investiert, womit die geplante Produktionskapazität auf 830.000 Fahrzeuge pro Jahr gestiegen ist.

Die BMW Group hat mit Standorten in Beijing, Shanghai, Shenyang und Nanjing in der Provinz Jiangsu ihr größtes F&E- und Innovationsnetzwerk außerhalb Deutschlands in China aufgebaut.

China werde als großer Markt und weltweiter Innovationführer mehr Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen chinesischen und deutschen Unternehmen bieten, erwartet Jochen Goller, Präsident und CEO der BMW Group Region China.

„China ist heute ein großer Markt und führend in der Innovation“, erklärte Goller gegenüber Xinhua. Das Land habe die Automobilindustrie in bestimmten Bereichen zu einem führenden Technologiemarkt gemacht, betonte er. Der Volkswagen-Konzern hat in der vergangenen Woche eine Absichtserklärung mit dem chinesischen Bildungsministerium unterzeichnet, um gemeinsam die Entwicklung der beruflichen Bildung in der chinesischen Automobilindustrie voranzutreiben.

Duale Ausbildung in China

Die Zusammenarbeit soll sich auf die umfangreichen Erfahrungen von Volkswagen bei der Umsetzung von dualen Ausbildungsprogrammen in den Bereichen intelligente Fertigung, digitale Technologie und E-Mobilität stützen, um die Entwicklung von Talenten in der Branche voranzutreiben.

„Der Aufbau einer starken Talentbasis ist entscheidend für den Fortschritt von Technologien, Industrien und der Gesellschaft insgesamt“, betonte Ralf Brandstätter, Vorsitzender und CEO der Volkswagen Group China.

„Volkswagen leistet damit einen wichtigen Beitrag zum chinesischen Bildungssystem und zur Entwicklung junger Talente in einem Automobilmarkt, der bei der Umstellung auf intelligente Mobilität weltweit führend ist“, erklärte er.

Der Automobilhersteller hat bereits zwei Volkswagen Competence Center in Tianjin und Hefei, der Hauptstadt der Provinz Anhui, eröffnet, um die berufliche Bildung zu unterstützen und das chinesische Hochschulsystem zu ergänzen.

Die beiden Zentren sollen über einen Zeitraum von drei Jahren Schulungen für 500 Ausbilder aus Bildungseinrichtungen der Automobilindustrie anbieten, die von der Fahrzeugmontage über Batterietechnologien bis hin zur intelligenten Fertigung reichen.

Rund 1.500 Studenten sollen in den nächsten drei Jahren praktische Fertigkeiten in den Zentren vermittelt werden, die das deutsch-chinesische Programm für fortgeschrittene Berufsausbildung durch Schulungen und Seminare für die Mitgliedsinstitutionen unterstützen.

Gemeinsam mit der Universität Hefei und der Hefei Economic Development Zone hat der Autobauer zudem ein Volkswagen College in Hefei errichtet.

Als erste chinesisch-ausländische kooperative Bildungseinrichtung in Anhui setzt das College die „duale Ausbildung“ im chinesischen Hochschulsystem um.

88 Studenten haben sich bereits in den drei Studiengängen Data Science & Big Data Technology, Intelligent Manufacturing Engineering und Inorganic Non-metallic Materials Engineering eingeschrieben.

Chinesische Automobilhersteller wie SAIC und Nio schauen sehr optimistisch auf das Potenzial der Zusammenarbeit mit den deutschen Unternehmen.

Chinesische und deutsche Unternehmen könnten durch die Zusammenarbeit ihre jeweiligen Stärken ausbauen, erwartet William Li, Vorsitzender und CEO von Nio.

Nio eröffnete sein Designzentrum 2015 in München. Im Jahr 2022 wurde außerdem ein Innovationszentrum in Berlin eingerichtet, das sich auf intelligente Kabinenfunktionen und autonomes Fahren konzentriert.

Mittlerweile beschäftigt das chinesische Start-up rund 1.300 Mitarbeiter in Europa, die meisten davon in Deutschland.

Chen Hong, Vorsitzender des chinesischen Volkswagen-Partners SAIC Motors, führt aus, dass es in der Verantwortung der Automobilhersteller liege, das Wachstum umweltfreundlicher Fahrzeuge zu beschleunigen, und dass der Aufstieg von Fahrzeugen mit neuen Energieantrieben (New Energy Vehicle, NEV) neue Geschäftsmöglichkeiten eröffne.

SAIC habe in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 120.000 Fahrzeuge in Europa verkauft, davon mehr als 70.000 NEVs, erklärte Chen.