China schreitet seinem Ziel, bis etwa 2030 eine bemannte Mission zum Mond zu schicken, näher. Die Bauarbeiten an der dazugehörigen Infrastruktur sollen in diesem Jahr beschleunigt werden, teilte die chinesische Behörde für bemannte Raumfahrt am Freitag in einer Pressemitteilung mit.
„2026 werden alle Anstrengungen unternommen, um den Bau der für Mondlandemissionen benötigten Anlagen und Ausrüstung am Weltraumbahnhof Wenchang in der Provinz Hainan voranzutreiben. Ebenso werden wir weitere Bodensysteme wie Telemetrie-, Ortungs-, Steuerungs- und Kommunikationssysteme sowie den Landeplatz errichten“, so die Behörde.
Die Entwicklung der wichtigsten Fluggeräte, darunter die Schwerlastrakete Langer Marsch 10, das bemannte Raumschiff Mengzhou und die Mondlandefähre Lanyue, schreitet planmäßig voran.
Eine Reihe kritischer Tests wurde bereits abgeschlossen, darunter der Startabbruchtest und der Test des maximalen dynamischen Drucks für Mengzhou, die Start- und Landetests für Lanyue sowie die Tests der statischen Zündung und des Tiefflugs für Langer Marsch 10, teilte die Behörde mit.
Sobald Chinas bemanntes Mondprogramm umgesetzt ist, wird das Land die zweite Nation sein, die Astronauten auf dem Mond landet und damit seine Position in der globalen Raumfahrt deutlich stärken. Die Vereinigten Staaten entsandten in den 1960er und 1970er Jahren erfolgreich sechs bemannte Missionen und brachten zwölf US-Astronauten auf den Mond.
Chinas Plan für die erste bemannte Mondmission sieht zwei Starts mit Trägerraketen vom Typ Langer Marsch 10 vom Weltraumbahnhof Wenchang vor, um die Mondlandefähre Lanyue und das bemannte Raumschiff Mengzhou in die Mondumlaufbahn zu transportieren. Nach Erreichen ihrer voreingestellten Positionen werden Lanyue und Mengzhou andocken. Zwei Besatzungsmitglieder werden die Landefähre besteigen, die sich anschließend abkoppelt und sanft mit Triebwerksunterstützung auf der Mondoberfläche landet.
Auf dem Mond werden die Astronauten mit dem Rover Tansuo wissenschaftliche Aufgaben durchführen und Proben sammeln. Nach Abschluss ihrer Missionen werden sie zum Lanyue-Modul zurückkehren, das sie zu ihrem im Mondorbit wartenden Raumschiff bringen wird. Im letzten Schritt transportieren die Astronauten die Proben zum Raumschiff Mengzhou, welches danach abkoppelt und die Besatzung zurück zur Erde bringt.
In einem anderen Projekt gab die Raumfahrtbehörde bekannt, dass Astronauten aus den Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in diesem Jahr ihren ersten Raumflug absolvieren werden. China plant für 2026 zwei bemannte Raumflüge und eine Frachtmission zur Raumstation Tiangong.
Im Juni 2024 wählte China seine vierte Astronautengeneration aus und rekrutierte zehn neue Mitglieder – acht Raumschiffpiloten und zwei Spezialisten für wissenschaftliche Nutzlasten. Die beiden Nutzlastspezialisten wurden aus Bewerbern aus Hongkong und Macau ausgewählt. Dies ist das erste Mal, dass es für Personen aus den beiden Sonderverwaltungszonen möglich ist, dem chinesischen Astronautenteam beizutreten.