Der chinesische Automobilhersteller Chery Automobile und der britische Autobauer Jaguar Land Rover haben am Dienstag eine neue globale NEV-Marke namens Freelander vorgestellt. Damit vollziehen sie eine Neuausrichtung ihres Joint-Venture-Modells hin zu einer tieferen Integration und einem eigenständigen Markenbetrieb.
Der Name Freelander geht auf ein Land-Rover-Modell zurück, das erstmals 1997 auf den Markt kam.
Durch die Aufwertung zu einer eigenständigen Marke wollen die Partner das traditionsreiche Modell für das Elektrozeitalter neu positionieren und über China hinaus auf ausländische Märkte expandieren.

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Als Premium-NEV-Marke positioniert, wird Freelander mit einer geplanten Modellpalette von sechs Modellen in den nächsten fünf Jahren die globalen Märkte anvisieren.
Ein Konzeptfahrzeug namens „Concept 97“ wurde am Dienstag beim Debüt der Marke in Shanghai vorgestellt. Das erste Serienmodell soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 in China auf den Markt kommen, erklärte CEO Wen Fei.
Der Schritt signalisiert eine Umstrukturierung der langjährigen Partnerschaft zwischen Chery und Jaguar Land Rover. Im Rahmen der neuen Vereinbarung wird Jaguar Land Rover Design- und Marken-Know-how einbringen, während Chery die Integration der Lieferkette und die Entwicklung intelligenter Fahrzeuge leiten wird, was einen breiteren Trend unter globalen Automobilherstellern widerspiegelt, ihre EV-Kompetenzen in China zu lokalisieren.
Freelander wird mit Hauptsitz in Shanghai, einem Designzentrum in Großbritannien und China sowie einer Forschungs- und Entwicklungsbasis in Suzhou weltweit tätig sein. Unterstützt wird das Geschäft durch die Produktion im Chery Jaguar Land Rover-Werk in Changshu.
Das Werk, in das rund 3 Milliarden Yuan (415 Millionen US-Dollar) für die Elektrifizierung investiert wurden, stellte am Dienstag die Produktion seines letzten Modells mit Verbrennungsmotor, des Range Rover Evoque, ein.
Die neue Marke wird auf einer speziellen EV-Plattform basieren, die mit batterieelektrischen, Plug-in-Hybrid- und Range-Extender-Antrieben kompatibel ist. Die Architektur verfügt über ein zentralisiertes Computersystem, das die Reaktionszeiten verbessern und Over-the-Air-Updates ermöglichen soll.
Freelander wird zudem auf Partnerschaften mit chinesischen Technologieanbietern setzen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Die für den chinesischen Markt bestimmten Fahrzeuge sollen das Fahrerassistenzsystem ADS von Huawei, die neuesten Cockpit-Chips von Qualcomm für den Automobilbereich sowie gemeinsam mit CATL entwickelte Batterietechnologie nutzen, einschließlich Schnellladefunktion und erweiterter Sicherheitsfunktionen.
Das Unternehmen plant, bis 2026 ein Vertriebsnetz mit 100 Verkaufsstellen in 60 chinesischen Städten aufzubauen, wobei ein hybrides Vertriebsmodell zum Einsatz kommen soll, das darauf abzielt, den Lagerbestanddruck bei den Händlern zu verringern.
Die Markteinführung unterstreiche, wie sich traditionelle Joint Ventures in China weiterentwickeln, da ausländische Autohersteller versuchten, die Stärken lokaler Partner in den Bereichen Elektrifizierung und Software zu nutzen und gleichzeitig ihre Markenidentität in einem zunehmend wettbewerbsintensiven globalen Markt für Elektrofahrzeuge zu bewahren, kommentieren Analysten.