China hat ein wegweisendes nationales „Digital-ID“-System für seinen rasant wachsenden Sektor der humanoiden Roboter vorgestellt, das jeder Maschine einen 29-stelligen Identitätscode zuweist, um Rückverfolgbarkeit und eine sichere Governance zu gewährleisten.
Ein humanoider Roboter bei der Arbeit in einem Convenience-Store im Beijinger Stadtbezirk Haidian. 22. April 2026 (Foto: Xinhua/Ren Chao)
Die Initiative, die einen einheitlichen Rahmen zur Sicherstellung von Sicherheit, Haftung und standardisierter Verwaltung schafft, stützt sich auf eine nationale, wegweisende Serviceplattform für das Management der gesamten Lebensdauer humanoider Roboter, die zeitgleich in Beijing an den Start ging.
Diese Plattform, die unter der Federführung des Normungsgremiums des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) steht, fungiert als operatives Rückgrat für die neue regulatorische Vorgabe, die vorschreibt, dass jedem humanoiden Roboter ein einzigartiger Identitätscode zugewiesen werden muss.
Der von führenden nationalen Normungsgremien entwickelte digitale Identifikator dient als umfassender „Reisepass“ für jede einzelne Maschine. Er ermöglicht eine lückenlose Rückverfolgbarkeit über die gesamte Lebensdauer des Roboters hinweg – von der Herstellung und dem Vertrieb bis hin zum täglichen Einsatz und dem abschließenden Recycling.
Der 29-stellige Code ist präzise in vier Segmente unterteilt: einen zweistelligen Ländercode, einen vierstelligen Unternehmenscode, einen sechsstelligen Produktmodellcode und eine 17-stellige Seriennummer. Gemeinsam bilden diese Elemente das Fundament eines robusten Rückverfolgungssystems, das eine präzise Identifizierung und Nachverfolgung ermöglicht.
Yu Xiuming, Vizepräsident des China Electronics Standardization Institute, erklärte, dass die Vergabe des Codes es ermögliche, Roboter über verschiedene Fachgebiete, Branchen und Einsatzbereiche hinweg kontrollierbar zu halten. Diese Maßnahme ziele darauf ab, zentrale Herausforderungen in den Bereichen Sicherheit, Management und Governance zu bewältigen und letztlich die praktische Anwendung humanoider Roboter zu beschleunigen.
Diese regulatorische Neuerung erfolgt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Die chinesische Industrie für humanoide Roboter verzeichnete ein explosives Wachstum, wobei die inländischen Auslieferungen im Jahr 2025 voraussichtlich einen dominierenden Anteil am weltweiten Gesamtvolumen ausmachen werden. Während sich bereits mehr als 500 Schlüsselunternehmen in nationalen Technologiezentren angesiedelt haben, führte die rasante Expansion auch zu Anfangsschwierigkeiten wie fragmentierten Codierungssystemen bei den Herstellern und unklaren Haftungsverhältnissen.
Der neue Standard setzt eine strikte Regel durch: „Kein Code, kein Marktzugang“. Alle im Inland verkauften oder eingesetzten Roboter müssen entsprechend registriert werden. Hersteller sind nun verpflichtet, Produkte bei der Entdeckung allgemeiner Mängel zurückzurufen. Die Wiederaufarbeitung und der Weiterverkauf ausgemusterter Roboter sind streng untersagt.
Ein hochrangiger Vertreter des MIIT erklärte, die Plattform schaffe einen geschlossenen Regelkreis für die Governance. Das System decke die Bereiche Forschung und Entwicklung, Produktion, Wartung und Recycling ab und stelle sicher, dass Risiken vermieden und Verantwortlichkeiten eindeutig bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt werden können.
Seit dem Start der Initiative haben sich bereits über 100 Unternehmen dem Programm angeschlossen und für mehr als 28.000 Einheiten aus 200 verschiedenen Produktmodellen Codes für den gesamten Lebenszyklus vergeben.
„Die qualitativ hochwertige Globalisierung humanoider Roboter erfordert dringend ein standardisiertes Managementsystem mit einheitlichen Regeln“, so Yu. „Diese Initiative schafft nicht nur die technische Grundlage für die internationale gegenseitige Anerkennung und den grenzüberschreitenden Verkehr, sondern stärkt auch Chinas Rolle bei der Gestaltung globaler Standards sowie dessen Wettbewerbsfähigkeit in diesem Sektor.“