China und mehrere zentralasiatische Länder planen den Aufbau eines Satellitennetzwerks, um Fernerkundungsdaten auszutauschen und Bedrohungen wie Erdbeben, landwirtschaftlichen Schädlingen und Gletscherfluten zu begegnen.

Ausländische Kunden auf der 9. China-Eurasia Expo in Urumqi, in der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang im Nordwesten Chinas, 26. Juni 2026. (Foto von VCG)
Das Abkommen über die technologische Zusammenarbeit wurde am Donnerstag auf der derzeit stattfindenden 9. China-Eurasia Expo in Urumqi, der Hauptstadt der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang im Nordwesten Chinas, unterzeichnet. Das als „Tianwu-Konstellation“ bezeichnete weltraumgestützte Beobachtungsnetzwerk wird nach Angaben der am Projekt beteiligten Wissenschaftler zunächst aus fünf Satelliten bestehen.
Tong Qingxi, Fernerkundungsexperte an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, erklärte, die chinesische Region Xinjiang, die an mehrere zentralasiatische Länder grenzt, weise ähnliche geografische Bedingungen und dieselben geologischen Gefahren wie ihre Nachbarländer auf, darunter Erdbeben, Erdrutsche und durch Gletscherschmelze verursachte Überschwemmungen. Das Satellitennetzwerk solle auf die gemeinsamen Anforderungen der beteiligten Staaten bei der Katastrophenvorsorge ausgerichtet werden.
„Das Projekt ist ein konkretes Beispiel für die Zusammenarbeit im Rahmen der ‚Belt and Road‘-Initiative und ein gemeinsamer Beitrag zum Aufbau einer Schicksalsgemeinschaft der Menschheit“, so Tong.

Der Muztag-Gletscher an den Hängen des Muztag Ata auf dem Pamir-Plateau in Kashi in der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang im Nordwesten Chinas, 22. Oktober 2025. (Foto von VCG)
Das Vorhaben umfasst mehr als nur die Entsendung von Satelliten; es handelt sich um ein integriertes Luft-Raum-Boden-System, das auf intelligenter Koordination basiert. Wissenschaftlern zufolge werden die über der Region gesammelten Satellitendaten von einem Rechenzentrum in Xinjiang ausgewertet, wo KI-Modelle für die Vorhersage geologischer Katastrophen, die Erkennung von landwirtschaftlichen Schädlingen und die Überwachung der Gletscherschmelze entwickelt werden sollen.
Chen Xi, Wissenschaftler an der International Eurasian Academy of Sciences, beschäftigt sich seit langem mit Gletschergeologie. Er wies darauf hin, dass Xinjiang mit den benachbarten zentralasiatischen Ländern durch dieselben Gebirgsketten verbunden sei und dass die Gletscher dort in den letzten Jahren um 20 bis 40 Prozent schrumpften.
Eine regelmäßige und präzise Satellitenüberwachung der Gletscherveränderungen solle die Verteilung der Wasserressourcen und die Versorgungssicherheit mit Wasser in der Region stärken, so Chen.
An der Vertragsunterzeichnung nahmen Wissenschaftler aus Kasachstan, Usbekistan und Tadschikistan teil. Sie zeigten sich zuversichtlich, dass das gemeinsame Projekt für beide Seiten von Nutzen sein werde.
Akobir Mirzorakhimzoda, Vizepräsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Tadschikistan, erklärte, die Beherrschung hochentwickelter Technologien wie Satellitennetzwerke und KI ermögliche die Echtzeitüberwachung und -analyse von Umweltindikatoren und biete damit eine verlässliche Grundlage für fundierte Entscheidungsfindung.
Er ergänzte: „Eine solche Initiative ist ein wichtiger Schritt für den wissenschaftlichen Fortschritt, eine umfassendere internationale Zusammenarbeit und für engere Beziehungen zwischen den Nationen.“