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Die Qinghai-Xizang-Eisenbahn zeigt, wie Infrastruktur und Natur koexistieren können

Dienstag, 07. Juli 2026 Quelle :

Zwanzig Jahre nach Inbetriebnahme am 1. Juli 2006 ist die Qinghai-Xizang-Eisenbahn zu mehr als nur einer Transportverbindung über den „Dritten Pol der Erde“ geworden. Sie hat sich als Beispiel dafür erwiesen, wie große Infrastrukturprojekte mit fragilen Ökosystemen koexistieren können.

Umweltschutz sei in jede Phase der Planung, des Baus und des Betriebs der Eisenbahn integriert, sagte Liu Lanhua, stellvertretender Direktor des Instituts für Energieeinsparung, Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz der China Academy of Railway Sciences Corporation Ltd., in einem Interview mit der Nachrichtenagentur China News Service.

Die Bahnstrecke verläuft über Permafrost-, Feucht- und Naturschutzgebiete und durchquert Lebensräume seltener Arten wie der Tibetantilope, des Schneeleopards und des Schwarzhalskranichs. Laut Liu haben die Ingenieure den üblichen Ansatz „Erst bauen, später restaurieren“ aufgegeben und stattdessen dem Umweltschutz von Anfang an Priorität eingeräumt.

Entlang der Eisenbahnstrecke wurden fast 60 Kilometer Wildtierpassagen gebaut, um die Tierwanderungen zu unterstützen. Langzeitbeobachtungen zeigen, dass Tibetantilopen die Übergänge mittlerweile regelmäßig nutzen und innovative Technologien wie belüftete Gleisbetten, Thermosiphons und brückenbasierte Strukturen dazu beigetragen haben, den Permafrost zu stabilisieren und Störungen auf die Umwelt zu minimieren.

Der Umweltschutz geht über den Bau hinaus weiter. Digitale Überwachungssysteme, ökologische Managementstandards und kontinuierliche technologische Innovation haben es der Bahn in den letzten zwei Jahrzehnten ermöglicht, einen sicheren Betrieb mit dem Schutz der Artenvielfalt in Einklang zu bringen.

Die Eisenbahn zeige, dass sich Infrastrukturentwicklung und Umweltschutz nicht ausschließen, so Liu. Anstatt die Natur so umzugestalten, dass sie den technischen Anforderungen entspricht, sei das Projekt so konzipiert, dass es sich an die einzigartigen ökologischen Bedingungen des Plateaus anpasst.

Einige der für die Qinghai-Xizang-Eisenbahn entwickelten Technologien haben seitdem internationale Aufmerksamkeit erregt. In Verkehrsprojekten in Ländern wie Russland und Kanada dienten Entwürfe für Wildtierüberquerungen als Referenz und in Infrastrukturprojekten für kalte Regionen im Ausland wurden Technologien zum Schutz des Permafrosts eingesetzt.

„Die Qinghai-Xizang-Eisenbahn ist nicht nur eine technische Errungenschaft“, sagte Liu. „Sie zeigt auch, dass großflächige Infrastruktur im Einklang mit der Natur gebaut werden kann.“