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Tongren – die heimliche Matcha-Hauptstadt Chinas

Freitag, 24. Juli 2026 Quelle :

Wer Matcha trinkt, denkt meist, das Getränk komme aus Japan. In der südwestchinesischen Bergstadt Tongren (Provinz Guizhou) wird diese Fehlannahme behutsam korrigiert. Die lange mit Japan in Verbindung gebrachte Teetradition lässt sich noch viel weiter bis zu den chinesischen Dynastien Tang und Song (618–1279) zurückverfolgen. Bereits während der Song-Dynastie war die Technik „Diancha“ vor allem unter Mönchen und Gelehrten weit verbreitet. Dabei wurde als Pulver zerkleinerter Tee mit heißem Wasser aufgegossen und verquirlt, bis das Getränk eine blasse, schaumige Konsistenz annahm. Gu Lijun, die diese Tradition aus der Song-Dynastie auf lokaler Ebene bewahrt, datiert den Ursprung dieser Praxis sogar noch weiter bis zu den Dynastien Wei und Jin (220–420) zurück. In anderen Worten entstand die Technik, die heute mit japanischen Teezeremonien verbunden wird, viele Jahrhunderte zuvor schon in China und überquerte erst später die Meere.

Tongren ist nun dabei, diesen Anspruch auf den Ursprung von Matcha nicht nur durch historische Verweise, sondern vor allem durch eigene Produktion zu untermauern. Die Stadt trägt nicht umsonst den Titel der „Matcha-Hauptstadt Chinas“: Bei der Produktion und dem Verkauf des Pulvers liegt sie landesweit auf dem ersten und weltweit auf dem zweiten Platz. Diese Zahlen sind schnell genannt, aber nur schwer vorstellbar, bis man selbst den Weg der Teeblätter bis zu dem Berg zurückverfolgt, der die ganze Produktion erst ermöglicht.