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Chinas „goldener Riesenring“ steht für die nächste Phase der Verkehrsentwicklung

Dienstag, 11. August 2026 Quelle :

Während des 15. Fünfjahresplans (2026–2030) plant China, drei bedeutende Autobahnen vollständig miteinander zu verbinden und so einen 27.000 Kilometer langen Verkehrsring entlang der Landgrenzen und der Ostküste des Landes zu schaffen.

Die drei Autobahnen G219, G331 und G228 sollen am Ende einen „goldenen Riesenring“ bilden, dessen Länge etwa zwei Dritteln des Erdumfangs entspricht. Ziel des Projekts ist jedoch nicht nur, einfach lange Straßen miteinander zu verbinden, sondern auch bislang voneinander getrennte Korridore in ein größeres wirtschaftliches, touristisches und strategisches Netzwerk zu integrieren.


Am 19. Juni 2026 wurde in Dandong in der chinesischen Provinz Liaoning das erste Bogensegment der Xiaohuanggou-Jiangkou-Großbrücke an der Autobahn G331 erfolgreich montiert. (Foto von VCG)

Drei Autobahnen mit jeweils unterschiedlichen Rollen

Die G219 verbindet auf fast 10.000 Kilometern Kanas in der Uigurischen Autonomen Region Xinjiang im Nordwesten Chinas mit Dongxing im Autonomen Gebiet Guangxi der Zhuang-Nationalität im Süden und fungiert als wichtige Verkehrsader entlang der chinesischen Westgrenze.

Die etwa 9.200 Kilometer lange G331 durchquert auf ihrem Weg von Dandong in der Provinz Liaoning bis nach Altay in Xinjiang sechs Provinzen und gilt als eine der landschaftlich reizvollsten Grenzautobahnen Chinas.

Von Dandong bis Dongxing erstreckt sich die G228 über 7.400 Kilometer und verbindet entlang der Küste die insgesamt zehn Regionen, Provinzen und Hafenstädte Liaoning, Hebei, Tianjin, Shandong, Jiangsu, Shanghai, Zhejiang, Fujian, Guangdong und Guangxi. Damit ist sie ein bedeutender Korridor für die Entwicklung der Küstenregionen.

Die Verknüpfung der drei Autobahnen erfüllt verschiedene Funktionen: die Stärkung der Grenzregionen, eine bessere Anbindung touristischer Ziele und die Förderung der Wirtschaftsentwicklung an der Küste.

Aufbau des Rings

In den kommenden fünf Jahren wird China den Bau wichtiger Abschnitte beschleunigen, darunter den gebirgigen Abschnitt der G219 zwischen Zhaosu und Wensu in Xinjiang sowie die Flussüberquerung der G228 bei Baiqi in Fujian. Insgesamt sollen rund 7.400 Kilometer Straße neu gebaut oder ausgebaut werden. Entlang von Natur- und Kulturstätten planen die Lokalregierungen die Errichtung von Panoramastraßen und Routen für individuelle Autoreisen.

Bis 2030 strebt das Verkehrsministerium an, den Fertigstellungsgrad des Hauptgerüsts des „nationalen dreidimensionalen Verkehrsnetzes“ von 91 Prozent auf 95 Prozent zu erhöhen. Die Ringstraße soll an wichtige Verkehrsachsen wie die „goldene Wasserstraße“ des Jangtse sowie die Eisenbahnstrecken von Xizang nach Sichuan und Xinjiang angebunden werden.

Die wirtschaftliche Geografie neu gestalten

Bereits eröffnete Abschnitte wie die G331 in der Provinz Jilin zeigen das Potenzial: Die Autobahn bindet zwölf Waldparks sowie acht Naturparks an und hat sich zu einer beliebten Route für Naturtourismus entwickelt. Für die Gemeinden entlang der Strecke bedeuten bessere Verkehrsverbindungen einen leichteren Zugang zu Märkten und Dienstleistungen. Für das Land als Ganzes stärkt die Ringstraße die Grenzsicherheit und fördert gleichzeitig sowohl die Transportmöglichkeiten im Inland als auch den internationalen Handel.

Chinas Verkehrsstrategie hat sich von der Expansion hin zur Optimierung gewandelt. Dafür ist der „goldene Riesenring“ das beste Beispiel. Er steht nicht nur für Vernetzung, sondern auch für aktive Bemühungen, die wirtschaftliche Geografie Chinas neu zu gestalten.