China hat vorgeschlagen, bis 2028 mindestens 100 zentrale Standards für die humanoide Roboterindustrie auszuarbeiten, wie aus einem Richtlinienentwurf des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hervorgeht.
Der Richtlinienentwurf zur Entwicklung eines nationalen Standardsystems für die humanoide Roboterindustrie wird vom 25. August bis 23. September zur öffentlichen Kommentierung freigegeben.
Die vorgeschlagenen Standards würden Bereiche wie Methoden zur Prüfung und Bewertung von Fähigkeiten, Schlüsseltechnologien, Plattformen und Systeme, Anwendungsszenarien und die Kontrolle der Sicherheit abdecken. Bis 2028 soll mit dem Entwurf ein systematisches, wissenschaftlich fundiertes und koordiniertes Standardsystem etabliert werden, das von mehr als 200 Unternehmen gefördert und umgesetzt wird.
In dem Entwurf werden humanoide Roboter als eine neue Generation intelligenter Terminals mit menschenähnlichen Formen und Fähigkeiten definiert, die durch Künstliche Intelligenz (KI) gesteuert sind und komplexe Aufgaben autonom ausführen können.
Die schnelle Entwicklung des Sektors hat einen dringenden Bedarf an gemeinsamen Standards für Terminologie, Schnittstellen, Prüfung und Bewertung geschaffen, um technologische Innovation, Produktentwicklung und großflächigen Einsatz zu unterstützen, heißt es in dem Entwurf. Mehr als 100 Standards für humanoide Roboter befinden sich in China und im Ausland bereits in der Entwicklung oder Vorbereitung.
Der Entwurf sieht eine Standardisierung von Methoden zur Bewertung der Fähigkeiten humanoider Roboter vor. Zudem sollen Definitionen eindeutiger Identifikatoren, Codierungsregeln und Identifizierungsmechanismen für humanoide Roboter standardisiert werden.
Für industrielle Anwendungen schlägt der Entwurf Anforderungen an die Einsatzfähigkeiten und die Anpassungsfähigkeit an die Umgebung für humanoide Roboter vor, die in strukturierten und halbstrukturierten Industrieumgebungen arbeiten.
Der Vorstoß zur Standardisierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem China seine Bemühungen verstärkt, um humanoide Roboter in realen Umgebungen einzusetzen. Im Juni starteten das MIIT und Chinas Aufsichtsbehörde für Staatsvermögen eine Schulungsinitiative. Diese zielt darauf ab, bis Ende 2026 Anwendungen und den regelmäßigen Einsatz in repräsentativen Szenarien zu validieren sowie eine Kapazität von 10.000 eingesetzten Robotern zu erreichen.
Laut einer Mitteilung des MIIT auf einer Pressekonferenz am 20. Juli hat China mehr als 400 humanoide Robotermodelle entwickelt, was mehr als der Hälfte aller weltweiten Modelle entspricht.
Im industriellen Einsatz entwickeln sich gemeinsame Schnittstellen und Sicherheitsstandards zu Herausforderungen in der Praxis. In der industriellen Produktion gibt es nur wenig Spielraum für Fehler. Reflexionen und Staub können die Erkennungssysteme beeinträchtigen, während der Dauerbetrieb hohe Anforderungen an Haltbarkeit, Wärmemanagement und Lebensdauer der Komponenten stellt.
Der Entwurf fordert bei der Entwicklung und Anwendung humanoider Robotertechnologien über technische und industrielle Spezifikationen hinaus auch Standards für ethische Anforderungen und die Abschätzung sozialer Folgen. Sicherheit und Ethik sollen neben Leistungsfähigkeit und Kommerzialisierung in das vorgeschlagene Standardsystem aufgenommen werden.
Das Rahmenwerk soll systematisch und umfassend entwickelt werden, dringende Anforderungen priorisieren und eine dynamische Anpassung ermöglichen, heißt es in dem Entwurf.