Wie das Ministerium für Wasserressourcen mitteilte, wurde auf der 77. Tagung des Internationalen Exekutivrats der Internationalen Kommission für Bewässerung und Entwässerung in Marseille am Abend des 14. Oktober die Liste der 2026 neu aufgenommenen Welterbestätten für Bewässerungsanlagen offiziell vorgestellt. Mit dem Guangli-Kanal am Qin-Fluss in Henan (Wulongkou), dem Oasen-Bewässerungssystem am Taolai-Fluss in Gansu, dem Huangsha-Kanal von Guangxin, Shangrao, Jiangxi und der Bewässerungsanlage des alten Longjin-Damms in Changtai, Fujian, wurden alle vier von China nominierten Stätten in die Liste aufgenommen. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der chinesischen Welterbestätten für Bewässerungsanlagen auf 46.

Wasserentnahmestelle des Guangli-Kanals am Qin-Fluss in der Provinz Henan. (Foto vom Ministerium für Wasserressourcen zur Verfügung gestellt)
Der Guangli-Kanal am Qin-Fluss (Wulongkou) liegt im Nordwesten der Provinz Henan und ist auch unter Namen wie Fangkou-Wehr, Qin-Kanal, Zhugou-Gewässer, Tangwen-Kanal, Guangji-Fluss (bzw. -Kanal), Lifeng-Fluss und Wulongkou bekannt. Sein Bau begann in der Qin-Dynastie (221–206 v. Chr.), womit die Anlage auf eine mehr als 2200 Jahre alte Geschichte zurückblickt. Der Guangli-Kanal basiert auf einem Bewässerungsmodell mit mehreren Wasserentnahmestellen, bei dem das Wasser ohne Staudamm aus dem Fluss abgeleitet wird. Er zählt zu den wenigen großen Bewässerungsanlagen Chinas, deren Hauptbauwerke zur Wasserableitung aus der Ming-Dynastie vollständig erhalten sind. Die Anlage versorgt 510.000 Mu fruchtbares Ackerland der beiden Städte Jiyuan und Jiaozuo im bedeutendsten Getreideanbaugebiet Henans mit Wasser.

Wasserentnahmestelle des nördlichen Hauptkanals am Taolai-Fluss in Gansu (Foto vom Ministerium für Wasserressourcen zur Verfügung gestellt)
Das Oasen-Bewässerungssystem am Taolai-Fluss liegt im mittleren Teil des Hexi-Korridors. Die Kernzone der Bewässerung befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Jiayuguan sowie des Bezirks Suzhou der Stadt Jiuquan. Die während der Ming-Dynastie errichtete Anlage setzt sich aus drei Hauptbestandteilen zusammen: dem Dongzi-Kanal am Hongshui-Fluss, dem Kanalsystem am Hauptlauf des Taolai-Flusses und dem Kanalsystem an den Flüssen Linshui und Qingshui. Mit einer Bewässerungsfläche von insgesamt 947.800 Mu ist das System ein typisches Beispiel für Oasenbewässerung in den Trockengebieten des eurasischen Kontinents.

Abschnitt des Huangsha-Kanals in Guangxin, Stadt Shangrao, Provinz Jiangxi. (Foto vom Ministerium für Wasserressourcen zur Verfügung gestellt)
Der Huangsha-Kanal im Bezirk Guangxin der Stadt Shangrao, Provinz Jiangxi, stammt aus der Song-Dynastie. Er gilt als Paradebeispiel für eine naturnahe, wenig eingreifende Erschließung kleiner Einzugsgebiete von Flüssen in den Bergregionen des alten China. In einer dezentralen, kaskadeartigen Struktur vom Tal bis zu den Höhen wurden Kanäle und kleine Staubecken angelegt. So entstand ein System mit einem Hauptkanal, 24 Wehren, 35 Nebenkanälen und 45 Speicherbecken, das die Bewässerung von über 10.000 Mu Ackerland und fast 10.000 Mu Wald durch natürliches Gefälle ermöglicht.

Das Bewässerungsgebiet des alten Longjin-Damms in Changtai, Provinz Fujian. (Foto vom Ministerium für Wasserressourcen zur Verfügung gestellt)
Die Bewässerungsanlage des alten Longjin-Damms im Bezirk Changtai der Stadt Zhangzhou, Provinz Fujian, besteht aus zwei verschiedenen Bauwerken: dem Yanfu-Damm und dem Shiwuhu-Damm. Während der Song-Dynastie errichtet, bestehen sie schon seit über 800 Jahren und gelten als typisches Muster für die Kombination von niedrigen Dämmen an Gebirgsbächen mit einer ganzen Reihe an kleinen Speicherbecken. Die Anlagen bewässern derzeit eine Fläche von 27.700 Mu.