„Belt and Road“-Nachrichtennetzwerk

BRNN>>„Belt and Road“-Nachrichtennetzwerk>>BRI-Nachrichten>>Chinas Wirtschaft

Chinas Industrie für Landmaschinen rückt in höhere Marktsegmente vor und expandiert ins Ausland

Donnerstag, 29. Oktober 2026 Quelle :

Ein Teil der im Werk des deutschen Herstellers CLAAS in der ostchinesischen Provinz Shandong produzierten Landmaschinen wird nach Europa geliefert, wodurch das Werk Teil des globalen Produktionsnetzwerks des Unternehmens wird.


Ausländische Besucher informieren sich am 26. Oktober 2026 auf der China International Agricultural Machinery Exhibition (CIAME) 2026 im National Convention and Exhibition Center in Tianjin, Nordchina, über Bauteile für Landmaschinen. (Foto: Sun Fanyue/Xinhua)

Das Werk in Gaomi ist seit mehr als einem Jahrzehnt in Betrieb und verbindet Produktion mit Forschung und Entwicklung sowie technischer Ausbildung. Das Unternehmen stellt Maschinen sowohl für den chinesischen als auch für ausländische Märkte her und erbringt Fertigungsdienstleistungen für andere CLAAS-Werke.

Thomas Spiering, Executive Vice President von CLAAS, erklärt: „Der Export hilft uns dabei, die Produkte, die wir für chinesische Kunden herstellen, zu verbessern.“ Die Einhaltung internationaler Qualitätsstandards trage zudem dazu bei, die Fertigungsprozesse des Unternehmens weiter zu optimieren.

Spiering gehört zu den internationalen Führungskräften, die an der China International Agricultural Machinery Exhibition (CIAME) 2026 teilnahmen, die von Montag bis Mittwoch in der nordchinesischen Stadt Tianjin stattfand. An der Veranstaltung nahmen mehr als 3.000 Aussteller aus China und anderen Ländern teil.

China ist ein wichtiger Markt für Landmaschinen. Nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten lag der Mechanisierungsgrad des beim Pflügen, Säen und Ernten von Feldfrüchten 2025 landesweit bei 76,82 Prozent.

Der seit 50 Jahren in China tätige US-amerikanische Hersteller John Deere plant die Einführung neuer Modelle, die speziell für chinesische landwirtschaftliche Betriebe konzipiert und vor Ort hergestellt werden. Diese Modelle sind auf Präzisionslandwirtschaft, autonome Arbeitsabläufe und eine ökologischere Agrarproduktion ausgerichtet.

Sun Baolin, Geschäftsführer von John Deere China, zufolge ist Tianjin seit langem ein wichtiger Produktions- und Betriebsstandort des Unternehmens. „Wir haben unsere Präsenz hier im Laufe der Jahre ausgebaut und sind gemeinsam mit vielen unserer Kunden und Partner gewachsen“, so Sun.

Für langjährige Käufer aus dem Ausland sind die Veränderungen in Chinas Fertigungskapazitäten offensichtlich. In China hergestellte Landmaschinen und Komponenten finden immer mehr Abnehmer im Ausland.


Besucher auf der China International Agricultural Machinery Exhibition (CIAME) 2026 im National Convention and Exhibition Center in Tianjin, Nordchina, am 26. Oktober 2026. (Foto: Sun Fanyue/Xinhua)

In den ersten acht Monaten des Jahres stiegen Chinas Exporte von Landmaschinen, Zubehör und Ersatzteilen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21,95 Prozent auf 15,11 Milliarden US-Dollar, wie die Chinesische Handelskammer für den Import und Export von Maschinen und Elektronikprodukten mitteilte.

Zu den chinesischen Herstellern, die in den Bereich leistungsstärkerer Landmaschinen vorstoßen, gehört Zoomlion Agriculture Machinery Co., Ltd., eine Tochtergesellschaft der Zoomlion Heavy Industry Science & Technology Co., Ltd., einem der führenden Hersteller von Hightech-Ausrüstung Chinas. Auf der CIAME 2026 stellte das Unternehmen seinen Hybridtraktor 9DX vor, der für den großflächigen Ackerbau konzipiert ist und eine Spitzenleistung von 1.600 PS erreicht.

Zoomlion gibt an, das digitale Fahrgestell, die Kernkomponenten und die Steuerungssysteme des Traktors eigenständig entwickelt zu haben. Das Unternehmen hebt hervor, dass die Maschine darauf ausgelegt sei, die Arbeitseffizienz zu steigern und den Kraftstoffverbrauch zu senken.

Huo Xiaofeng, stellvertretender Geschäftsführer von Zoomlion Agriculture Machinery, erklärt, das Unternehmen habe auch Fortschritte beim autonomen Fahren, der automatischen Anpassung der Bodenbearbeitungstiefe und anderen Technologien erzielt, wobei einige intelligente Komponenten bereits in Serie produziert würden. Viele der Produkte seien inzwischen auch auf Märkten wie Russland, Australien und Kasachstan vertreten.

Nicolas Meunier, Leiter des Bereichs Globale Elektronik und Elektrotechnik beim US-amerikanischen Landmaschinenhersteller AGCO Corporation, zeigt sich beeindruckt von den in Tianjin vorgestellten Technologien und der Geschwindigkeit, mit der neue chinesische Wettbewerber auf den Markt drängen.

„Vor ein paar Jahren sahen wir von chinesischen Herstellern hauptsächlich Traktoren mit geringer Motorleistung. Heute gibt es auch Traktoren mit hoher Leistung, darunter sogar einige sehr große Modelle“, berichtet er.

Meunier ergänzt, das Entwicklungstempo sei beeindruckend. Technologische Fortschritte und engere Marktbeziehungen könnten weitere Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zwischen chinesischen und anderen Herstellern eröffnen.